Mitglieder Login

Lernen Sie uns kennen!

Sie sind Hörakustiker, aber noch kein Mitglied bei uns?

Lesen Sie mehr über die Vorteile einer Mitgliedschaft.

Wonach suchen Sie?

HörExperten in Ihrer Nähe
(Suche nach PLZ/Ort)

Direkt zum Online-Hörtest
Sie befinden sich hier: » Meine Hörgeschichte » Interview mit Herrn Stoll

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Ich bin leidenschaftlicher Sportler.“ - Gustav Stoll auf seinem Rennrad
 

„Die Atmosphäre hier ist sehr persönlich, fast familiär.“

Gustav Stoll (61) aus Kehl (Baden-Württemberg) über „seine“ HÖREX HörExperten von Hörsysteme Jung und über seine Erfahrungen mit modernen Hörgeräten

Was Hörgeräte betrifft, so ist Gustav Stoll (61) ein „alter Hase“. Der Kehler Pensionär und frühere Anwendungstechniker für Kunststoffe trägt schon seit 20 Jahren welche. Der Hörschaden, der sich Mitte der 90er Jahre bei ihm bemerkbar machte, war offensichtlich durch jahrelange Arbeit unter hohen Lärmbelastungen entstanden. Wir unterhielten uns mit Gustav Stoll über seinen Weg zu einer für ihn maßgefertigten Hörlösung.

Redaktion: Herr Stoll, erinnern Sie sich noch daran, wann Ihnen das erste Mal auffiel, dass Sie nicht mehr so gut hören können?

„Mit meinen Hörgeräten bin ich richtig happy.“ - Gustav Stoll (61) aus Kehl (Baden-Württemberg)

Gustav Stoll: Dass ich schlecht höre, hat zuerst meine Frau gemerkt. Immer musste sie alles wiederholen. Für mich war es unangenehm, jedes Mal nachzufragen. Und für die Leute, mit denen ich sprach, war es mehr und mehr eine Zumutung.

Red.: Und mit den Hörgeräten wurde das besser?

G. S.: Keineswegs. Als ich mein erstes Gerät bekam, war ich damit überhaupt nicht zufrieden. Damals war ich noch bei einer anderen Firma. Und die Geräte waren noch analog. Die habe ich fast nie getragen.
Das änderte sich erst, als sich zu Beginn des neuen Jahrtausends die digitalen Hörgeräte etablierten. Die waren schon eine deutliche Erleichterung, jedoch auch noch sehr groß. Als dann vor etwa zehn Jahren die kleinen Geräte auf den Markt kamen, war ich wirklich sehr froh – auch, weil sich mein Gehör zunehmend verschlechterte.

Red.: War Ihnen die kleinere Bauform auch deshalb wichtig, weil man die Geräte dann nicht gleich sieht?

G. S.: Früher hat das schon eine Rolle gespielt. Man befürchtet eben, dass einen die anderen immer als behinderten Menschen wahrnehmen. In den letzten fünf Jahren haben sich meine Ansichten diesbezüglich komplett gewandelt. Ich bin aber immer noch jemand, der bei Hörgeräten etepetete ist.

Red.: Wie meinen Sie das?

G. S.: Ich bin leidenschaftlicher Sportler, gehe laufen, mache Rennrad- und Mountainbike-Touren, fahre Ski und klettere. Ich mag generell Bergsport. Jedes Jahr fahre ich zum Beispiel eine Woche mit dem Rad durch die Alpen, mache immer so zwei bis drei Alpenpässe. Letztes Jahr ging’s über das Stilfser Joch, bis auf 2.700 Meter. Alles ganz entspannt, nicht auf Zeit.
Durch meinen Sport kamen für mich Hörgeräte, die hinter dem Ohr getragen werden, eigentlich nie in Frage. Wenn man wie ich Brillenträger ist, dazu noch einen Helm trägt, kann es mit Geräten hinter dem Ohr schwierig sein. Andererseits stellte die Herstellung der Im-Ohr-Geräte, die ich seit gut einem Jahr trage, meinen Hörakustiker vor eine echte Herausforderung.

Red.: Inwiefern?

G. S.: Um meine heutigen Geräte anfertigen zu lassen, ging ich ursprünglich wieder zu meinem früheren Hörakustik-Geschäft. Das gehört zu einem großen Filial-Unternehmen. Aber dort läuft es recht unpersönlich ab. Und die Beratung und auch das, was man mir anbot, haben mich nicht überzeugt. Also habe ich mir eine Alternative gesucht. Bei Herrn Jung hatte ich vom ersten Tag an das Gefühl, da bist du gut aufgehoben. Die Atmosphäre hier ist sehr persönlich, schon fast familiär. Und mit meinen Hörgeräten, die ich inzwischen seit über einem Jahr habe, bin ich immer noch richtig happy.
Bis ich sie jedoch hatte, habe ich Herrn Jung lange geplagt. Erst habe ich Geräte ausprobiert. Das ging von Oktober bis Ostern; so lange, dass ich schon ein schlechtes Gewissen bekam. Aber man hat mich immer weiter ermuntert, nach der passenden Lösung zu suchen. Und als ich die fertigen Systeme dann hatte, waren sie super. Aber mich hat gestört, dass die Schalen durch die größeren Batterien ein wenig aus dem Gehörgang herausragten. Ich rechne es Herrn Jung noch heute sehr hoch an, dass er sich dann beim Hersteller dafür eingesetzt hat, dass ich eine ganz spezielle Lösung mit kleineren Batterien bekam – so, wie man sie bei meiner Hörschädigung eigentlich nicht verwenden würde.

Red.: Dass Ihr HörExperte eine Lösung entwickelt hat, die genau zu Ihnen passt, war für Sie demnach ganz entscheidend?

G. S.: Unbedingt. Das reicht von der passenden Gehäuse-Form bis zur exakten Einstellung. Meine Hörschädigung ist so stark, dass es z. B. sehr wichtig ist, wie gut der Abdruck gemacht wird. Bevor ich zu Herrn Jung kam, kannte ich so etwas gar nicht. Da hatte ich solche Silikonstöpsel. Aber hier wurde mir zum ersten Mal ein Ohrabdruck genommen. Von dem wurde dann eine Schale gefertigt, die genau in mein Ohr passt. Für mich war das wie Erholung. Es hat nichts mehr gedrückt. Alles ist super angenehm und zugleich so, dass immer frische Luft in meinen Gehörgang kommt.

„Die Atmosphäre hier ist sehr persönlich, fast familiär.“ - Gustav Stoll (re.) im Gespräch mit seinem HÖREX HörExperten Michael Jung (li.)

Red.: Wie oft gehen Sie denn so zu Ihrem Hörakustiker?

G. S.: Bis alles gepasst hat, bin ich sehr oft her gekommen. Aber dadurch, dass ich beim Kauf alles optimal bekommen habe, muss ich zum Service heute nur selten hierher. Vielleicht drei Mal im Jahr. Meist komme ich vor Urlauben oder vor großen Aktivitäten, um meine Geräte reinigen und durchgucken zu lassen.

Red.: Neben den eigentlichen Hörgeräten nutzen Sie auch noch eine Reihe an Zubehör. Was hat es damit auf sich?

G. S.: Dieses Zubehör brauche ich z. B. zum Musik hören oder zum Fernsehen. Ich bekomme den Ton dann direkt auf meine Hörgeräte – per Funk und ganz ohne Kabel. Das war auch so ein Punkt, der mich an diesen Geräten wirklich überzeugt hat. Auch für das Telefonieren habe ich so ein Zubehör. Die Stimme des Anrufers kommt aus meinem Hörgerät, und ich kann außerdem regulieren, wie laut ich sie haben will. Im Theater nutze ich das ebenfalls, um gut verstehen und gegebenenfalls lauter oder leiser regeln zu können.

Red.: Gibt es eigentlich auch Punkte, bei denen Sie mit Ihrer Hörtechnik an Grenzen stoßen?

G. S.: Kaum. - Wie die Geräte beim Radfahren die Windgeräusche regeln, dass finde ich immer noch nicht optimal. Das kann auch die neueste Hörtechnik noch nicht lösen. Sich jedoch ohne Hörgeräte auf ein Rennrad oder ein Mountainbike zu setzen, ist grob fahrlässig. Sie hören keine Sirene, kein Hupen. Ebenso wichtig ist es beim Bergsteigen, sich in jeder Situation mit den anderen an der Wand zuverlässig abstimmen zu können. Außerdem geht es vor allem um Lebensqualität. Ich kann auf alle Leute zugehen. Ich höre alles, versteh alles. Ob Vogelgezwitscher, Kindergeschrei, irgendwelche angenehmen oder auch unangenehmen Unterhaltungen – ohne Hörgeräte bekäme ich vieles überhaupt nicht mit. Es ist einfach schön, wenn man gute Geräte hat.

Red.: Was wäre, wenn Sie heute ohne Ihre Hörgeräte leben würden?

G. S.: Dann dürfte ich eigentlich nicht mehr aus dem Haus gelassen werden. Ich dürfte z. B. auch nicht mehr Auto fahren. - Wenn Sie Auto fahren und keine Signale hören; oder Sie gehen auf der Straße und bekommen überhaupt nicht mit, was um Sie herum passiert… - Das wäre eine extreme Einschränkung, die man mir zudem überhaupt nicht ansieht. Ungefähr so, als wären Sie kurzsichtig und würden keine Brille tragen.

Red.: Aber es gibt doch immer noch Menschen, die trotz eines eingeschränkten Hörvermögens lieber darauf verzichten, Hörgeräte zu tragen?

G. S.: Diese Leute tun sich keinen Gefallen. Sie setzen sich selbst in Gefahr. Und als Hörgeschädigter darf man das nicht nur aus dem eigenen Blickwinkel sehen. Man muss sich auch in die anderen hinein versetzen, in den Lebenspartner, in Kinder, Verwandte, Geschäftspartner. Für jeden, mit dem man zu tun hat, ist es doch mehr oder weniger lästig, Dinge immer noch einmal zu sagen und nie richtig verstanden zu werden.

Red.: Was würden Sie denjenigen empfehlen, die erstmals eine Hörgeräte-Versorgung erwägen?

G. S.: Auf jeden Fall sollte man Hörgeräte immer gründlich testen, möglichst in allen Situationen, in denen man sie später auch tragen will. Man sollte viel Zeit und Geduld mitbringen, weil das mit Hörgeräten nicht so einfach ist wie mit der Anschaffung von Schuhen oder etwa einer Gleitsichtbrille. Es steckt viel mehr dahinter.
Und es ist auch wichtig, dass man in den richtigen Händen ist. Nimmt sich der Akustiker Zeit? Kann man immer wieder hingehen, um jede Kleinigkeit optimieren zu lassen? Natürlich muss man sich auch selbst die nötige Zeit nehmen. Und man sollte sich ordentliche Geräte leisten. Das ist wie bei einem guten Fahrrad oder einem guten Auto. Wer viele Jahre Freude daran haben will, sollte nicht zu billig kaufen.

Red.: Herr Stoll, haben Sie vielen Dank für das interessante Gespräch.

Fotos: Schaarschmidt


Das könnte Sie ebenfalls interessieren: